Gangart

 

Eine multimediale Aktion im Wiener Reitinstitut

 

Ein maßstabgetreues Holzmodell der Reithalle mit Leuchtfarben bemalt, ein Schaukelpferd, ein Fernseher, ein Stuhl, ein Pferd mit Reiter.

 

Die Geometrie der Reithalle erschien als durch UV- und Fluoreszenz lichthaft entmaterialisiertes Gerüst in sich selbst wieder. Im Gittergehege dieses Modells schaukelte ein Kind auf einem Pferd und auf dem Videoschirm flimmerte ein trabendes Ross. Gleichzeitig wurden von ausserhalb der Halle die Fenster beleuchtet. Es entstand ein imaginäres Hin- und Hergleiten zwischen realem Raum und Modellraum, zwischen Realeffekt und medial entmaterialisiertem Raumbild, dass dann brutal von einem galoppierenden Pferd zerschnitten wurde.

Dampfzentralperspektive

Rauminszenierung im Turbinensaal der Dampfzentrale Bern

Preis Kunstförderung Bern

Musik: Georg Gräwe

bemalte, ausgeleuchtete Wände, Wasserfläche, Spiegel, Springbrunnen

Ausgehend von den Raumillusionen und Scheinperspektiven des Barockgartens, der auffällige Parallelen zum terrassenförmigen Turbinensaal der Dampfzentrale aufweist, inszeniert Karin Leuenberger eine Rauminstallation. Aufbauend auf die vorhandenen architektonischen Elemente, erzeugt sie mit Mitteln wie Licht, Malerei und Wasser die verschiedenartigsten Raumwirkungen. Von einer sehr präzisen Lichtregie und gezielt eingesetzter Musik geführt, wandelt der Besucher durch den Turbinensaal und nimmt je nach Standpunkt die vielfältigen Raumillusionen wahr.

Fotomontage

Nachtaufnahme

Licht Fall

 

Videoinstallation in der Stabhofgasse in Liestal bei Basel

Videoprojektion bei Einbruch der Dämmerung auf weisse Mauer (ca. 4 x 5m)

 

Die Anordnung der Mauern und Dächer in der Stabhofgasse erinnert an eine natürliche Schlucht-Szenerie. Es erscheint als ganz naheliegend, dass über die Wand A, die bereits jetzt Spuren von Wasser aufweist, sich ein Wasserfall in das Auffangbecken hinter der Wand B ergiesst. Die Wand A stellt in ihrer unauffälligen, aber doch irgendwie ausgestellten Nacktheit eine ideale Projektionsfläche dar.

Ausgehend von einer hochaufgelösten Videoaufnahme von fliessendem Wasser, wird das ursprünglich „naturalistische“ Wasserbild durch mehrfaches Kopieren und Projizieren in ein „impressionistisches“ Licht-Bild verwandelt, d.h. es zerfällt in die videospezifische Pixelstruktur. Diese verschiedenen Verfremdungsstufen werden überblendet und verschmelzen so zu einem vertikal fliessenden Lichtfall.

Posamento

 

Videoinstallation im Pavillon des Kirschgartenmuseums in Basel

1. Preis Kunstkredit Basel

Ton: Georg Gräwe

Rot bemalte Wände, zehn Bildschirme in Plexiglas-Boxen.

 

Die aus zehn Videomonitoren konzipierte Installation ist in mehrfacher Hinsicht auf den Ort und die Raumsituation des Gartenpavillons abgestimmt. Die Position der Monitore unterstreicht die Struktur des achteckigen Kuppelraumes, den die Künstlerin im Hinblick auf dieses Projekt in ein sattes Rot tauchte.

Die Bildmotive für ihr Videoband bezieht Karin Leuenberger aus den Farben, Mustern und Strukturen der Seidenbänder des 18. und 19. Jahrhunderts. Die eingescannten Bänder der alten Seidenwebstühle haben durch die moderne Videomischtechnik unerwartete Verwandlungen erfahren. Sie sind in einem gestalterischen Prozess durch die Künstlerin auf den Videobändern durch optische Störeffekte und Überblendungen verfremdet und in neue Beziehungen gesetzt worden. Bewusst wird der Grenzbereich zwischen dem Bild des gewobenen Stoffes und der Pixel- und Linienstruktur des Videobildes ästhetisch ausgekostet. Die Künstlerin will, nach ihren eigenen Worten, genau dort ansetzen, wo das immaterielle Videobild materiell, d. h. stofflich zu sein scheint.

Die Videobilder werden durch die eindringliche Geräuschkulisse eines Bandwebstuhls, die an die mühevolle Tätigkeit der Posamenter erinnert, unterlegt.

Zellen Fieber

 

Videoinstallation im Musikmuseum Basel (ehemaliges Gefängnis)

Auftragsarbeit zum 10-jährigen Jubiläum

Musik: Georg Gräwe

violett bemalte Wände, 13 Flachbildschirme in hinterleuchteten Plexiglasboxen

 

Die Basler Künstlerin Karin Leuenberger  beschäftigt sich seit langem mit inszenierten Räumen und in Szene gesetzter Musik. Für ihre Installation greift sie die Idee der Zelle auf, die ja die Geschichte des Gebäudes und die Ausstellung des Musikmuseums prägt: Ein Mann, eingeschlossen in seiner Zelle, sucht über das Fenster den Kontakt zu einer ihm verschlossenen Aussenwelt – vergeblich. In der Isolation wirken die Fensterbilder wie Lockrufe (veränderte weibliche Stimmen und einige Instrumentenklänge vom Komponisten Georg Gräwe). Die Bilder wie die Laute und Klänge sind aber zugleich auch Zeichen des Wahns. Auf dieser feinen Grenze zwischen produktiver Phantasie und wahnhaftem Scheitern bewegt sich der in seiner Zelle Eingeschlossene.